Manfred Todtenhausen

Mittelstand und Handwerk brauchen jetzt positive Zeichen und gut geplante Konzepte - Reines Abwarten dämpft noch mehr die Stimmung

Manfred Todtenhausen mit NRW-Wirtschaftsminister Prof. Andreas Pinkwart in der Wuppertaler Concordia

Zu den neuen Arbeitsmarktzahlen und zum Tag der Arbeit 2020 erklärt der Vorsitzende der AG Mittelstand und Handwerk der FDP-Bundestagsfraktion, Manfred Todtenhausen MdB:

"Leider werden derzeit die schlimmsten Befürchtungen wahr. In Deutschland haben die Betriebe aufgrund der Corona-Krise für 10,1 Millionen Menschen Kurzarbeit angemeldet. Damit wurden alle Prognosen weit übertroffen, die von drei bis sieben Millionen Menschen ausgingen. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs, wenn man nicht sofort reagiert. Nach Einzelhandel und Gastronomie wird das Handwerk die Auswirkungen erst im Spätsommer und Herbst merken. Dann werden die fehlenden Auftragseingänge die Unternehmen besonders hart treffen.

Was es jetzt braucht, sind positive Zeichen - für Betriebe und vor allem für die vielen Beschäftigten. Auch darüber sollten wir gerade jetzt  reden, wo der Tag der Arbeit morgen begangen wird. Dazu gehören Konzepte und Planungen, wie wir sach- und zielgerecht die Beschränkungen im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben wieder schrittweise aufheben können - natürlich bei Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln, wie wir sie aus dem Leben am Arbeitsplatz, im Supermarkt oder im öffentlichen Nahverkehr schon kennen und praktizieren. Und wir brauchen weitere finanzielle Hilfen, um die Liquidität der Betriebe und die Kaufkraft der Bevölkerung zu erhöhen. Für uns Freie Demokraten gehört die negative Gewinnsteuer, bei der Betriebe jetzt schon ihre Einbußen mit der vorausgezahlten Steuer verrechnen und zurückbekommen, sowie die vollständige Abschaffung des Soli dazu."